„Es gibt gar keinen Bankraub“

Würde man in einer Fußgängerzone Passanten danach fragen, wie sie sich den Ablauf eines Banküberfalles vorstellen würden, bekäme man vermutlich sehr häufig (wenn nicht sogar immer) die folgenden Antwort:

Bei einem Bankraub geht der Täter vor den Schalter, hält die Waffe vor den Bankangestellten und fordert diesen auf, ihm das Geld zu geben. Der Bankmitarbeiter gibt dem Bankräuber dann das Geld.

Genauso wie oben beschrieben werden Banküberfälle – im Volksmund Bankraub genannt – auch in einschlägigen Fernsehfilmen dargestellt und in der Realität laufen sie ebenfalls so ob.

Und genau das ist der Grund, warum Banküberfälle gar kein Raub sind. Dieser setzt nämlich nach § 249 StGB eine Wegnahme durch den Täter voraus.

Diese Wegnahme fehlt aber bei den klassischen Banküberfällen. Denn hier gibt der Bankangestellte das Geld dem Täter und diese nimmt es sich nicht selber, was dann nicht Raub sondern Erpressung (§ 253 StGB) oder eventuell Räuberische Erpressung (§ 255 StGB) darstellt. Juristisch korrekt müsste der Bankraub also Bankerpressung heißen.

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