Fassungslos…

… ist der Kollege Burhoff über diesen Beschluss des OLG Düsseldorfs. Also nicht direkt über den Beschluss, sondern vielmehr über die Tatsache, dass ein Pflichtverteidiger sich ab seiner Bestellung (mindestens) zwei Monate nicht bei dem Mandanten gemeldet hat, was dann zu dem genannten Beschluss und der Entpflichtung des Pflichtverteidigers geführt hat.

Nicht selten kommt es tatsächlich vor, dass man vom Gericht zum Pflichtverteidiger bestellt wird, den Mandanten anschreibt und dieser sich nicht meldet. Der erste Kontakt findet dann mit Glück auf dem Gerichtsflur statt, es soll aber auch Fälle geben, in denen erst auf der Anklagebank eine kurze Lagebesprechung erfolgt. Aber bei einem Mandanten in U-Haft sollte sich die Kontaktaufnahme nicht wirklich schwierig gestalten : der Mandant wird wohl zu Hause sein und Termine lassen sich telefonisch sehr gut mit der JVA ausmachen. Da ändert auch der Wahlverteidiger nicht viel dran, auch wenn sich hier eine Kontaktaufnahme anbietet und dieser vielleicht von dem zweiten Verteidiger nicht wirklich begeistert wäre.

Ich würde zwar nicht soweit gehen, gleich von Fassungslos zu sprechen, aber bedenklich finde ich es schon, dass erst das OLG eine tiefgreifende Erschütterung des Vertrauensverhältnisses feststellen konnte : da könnte man sich schon bald fragen, wie die Auswahl der Pflichtverteidiger funktioniert.

Geschrieben in aufgeschlumpft,Jura-Schlumpf| Tags: , | Kommentare aus

Kommentarfunktion ist deaktiviert

Kommentare sind deaktiviert.

Schlumpf's Tags

Kategorien

Archiv

Geocaching

Profile for SchlumpfsWelt

Credits

Dieser Blog wird betrieben mit Wordpress auf Webspace von All-Inkl.